Lernen und Unterricht

Die Primarstufe verfolgt, die vom Lehrplan 21 verlangten Ziele und Kompetenzen und der Unterricht orientiert sich mehrheitlich an einem nach Fachgebieten strukturierten Stundenplan. Im Bewusstsein, dass Lernen etwas sehr Individuelles ist, begegnen die Lernenden nebst gezielten Einführungen und stillen Lernphasen vielfältigen Lehr- und Lernformen.

Begleitete Lernzeit

Ab dem 5. Schuljahr ist die begleitete Lernzeit fest im Stundenplan verankert. In diesem Unterrichtsgefäss gehen die Lernenden, unterstützt von den Lehrpersonen, individuelle Arbeiten an, planen die einzelnen Arbeits- und Lernschritte, formulieren Teilziele und reflektieren ihr Arbeiten und ihre Leistung. Hier profitieren sie vom bereits in der 1.–4. Klassen eingeführten Projektunterricht, welcher noch altersangepasst auch in der 5.–6. Klasse einen Schwerpunkt bildet.  Auch Lernaufträge («Hausaufgaben») können in diesem Unterrichtsgefäss bearbeitet und erledigt werden.

Kooperatives Lernen

Nebst individuellen Lernprozessen stellt in das kooperative, zum Teil auch klassenübergreifende Lernen einen Schwerpunkt dar. Die Lernenden sollen dabei eigene Arbeitsprozesse sowie persönliche Fähigkeiten und Kenntnisse mit anderen teilen und diese erweitern und anwenden. Dies gelingt nur im Rahmen einer positiven Arbeits- und Lernatmosphäre und der sozialen Verantwortung. Auf beides wird grosser Wert gelegt.

Handlungsorientiertes Lernen

Auf der Primarstufe steht besonders im naturwissenschaftlichen Unterricht das handlungsorientierte Lernen im Zentrum. Genau beobachten und dokumentieren, Fragen stellen, staunen, vermuten, Hypothesen handelnd überprüfen und so neue Erkenntnisse gewinnen und neugierig und engagiert Fähigkeiten und Fertigkeiten ausbauen, so entdecken die Lernenden sukzessive die nähere und fernere Welt.

Der Weg zum Lernerfolg

Zentral ist die Auseinandersetzung der Lernenden mit dem eigenen Arbeiten und Lernen. Die Kinder lernen verschiedene Arbeitstechniken und Lernstrategien kennen und anwenden. Dadurch entwickeln sie ihren eigenen, nutzbringenden Arbeits- und Lernstil. Dieser Prozess ist wichtig für den schulischen Erfolg.

Förderorientiertes Beurteilen und Beurteilungsberichte

Unterstützt wird dieser Prozess durch die förderorientierte Beurteilungsform: Die Lernziele werden in Prädikaten beurteilt (übertroffen, erreicht, noch nicht erreicht), die den Lernenden zeigt, wo Fortschritte erzielt wurden und wo noch Stolpersteine vorliegen. Auf diese Weise kann der Zusammenhang zwischen Arbeitstechnik und Lernstrategie, persönlichem Engagement sowie Wissens- und Kompetenzerweiterung positiv erlebt werden.

Im 5.–6. Schuljahr finden, nebst dem individuellen Austausch, jeweils am Ende des ersten Semesters Gespräche statt, an welchen Eltern, Kinder, Lehrpersonen und allenfalls Fachpersonen teilnehmen. In diesem Gespräch werden sowohl Beobachtungen dargelegt, die das Sozial-, Arbeits- und Leistungsverhalten der Lernenden betreffen, als auch Vereinbarungen für das folgende Semester formuliert. Am Ende des Schuljahres erfolgt jeweils ein schriftlicher Bericht. Im 6. Schuljahr wird aufgrund eines allfälligen Übertritts in das Untergymnasium semesterweise ein schriftlicher Beurteilungsbericht abgegeben.