
Innenleben – Aussenwelt
Kindern Raum und Zeit zu geben, sich mit persönlichen Fragen auseinanderzusetzen und ihre Entwicklung in verschiedenen Lebensbereichen bewusst zu reflektieren, dies geschieht neu mit den Unterrichtsbausteinen «Innenleben – Aussenwelt». Sei es mit regelmässigen Lerngesprächen, mit Selbstreflexion in der Wochenpost und mit Gefühlskarten, die helfen zu erkennen, wie es einem gerade geht. In diesen in den Stundenplan integrierten Unterrichtssequenzen lernen die Kinder sich und ihr Gegenüber bewusst wahrzunehmen.
Auch Entspannung hat Platz im Stundenplan: Die ruhige Ankommenszeit zu Beginn des Morgens, erlernte Atemtechniken oder selbst gemachte Antistressbälle helfen den Kindern, sich besser zu konzentrieren, und wenns mal hektisch wird, sich zu entspannen. «Durch wiederholte Anwendung, zum Beispiel im Bereich der Entspannung, verinnerlichen die Kinder die Strategien. So können diese im Schulalltag leicht abgerufen und in kurzen Sequenzen angewendet werden», so Meret May, Co-Klassenlehrperson in der 3./4. Klasse.
Ein zentraler Bestandteil von «Innenleben – Aussenwelt» ist der Fokus auf die Stärken der Kinder. Sie lernen, ihre eigenen Bedürfnisse und Gefühle wahrzunehmen und sich selbst bewusster zu erleben. Es geht nicht nur um das einzelne Kind, sondern auch um seine Rolle in der Gemeinschaft. So üben die Lernenden, eigene Gefühle klar zu formulieren – aber auch, die Bedürfnisse und Gefühle anderer zu erkennen und respektvoll damit umzugehen.
Die Grundlagen des Moduls «Innenleben – Aussenwelt» basieren zu einem grossen Teil auf dem bekannten Schulfach ICH. Unsere Volksschule adaptierte diese Inhalte für den Muristalden und startete mit der Umsetzung im SJ 2025/26 auf der Mittelstufe. Nun wird das Format weiterentwickelt.
Die Hilfsmittel, die die Lernenden für «Innenleben – Aussenwelt» benötigen, haben sie zusammen mit ihrer Co-Klassenlehrperson Meret May und der Gestaltungslehrperson Silja Zimmermann in der Projektwoche gleich selbst kreiert. Ein Projektmorgen startet jeweils mit einer ruhigen Ankunftszeit, in der die Lernenden für sich alleine mit einem Spiel beschäftigt sind. Dann gehts ans Gestalten. Die Kinder geniessen es, aus Mehl, Wasser und einem Ballon eine eigene Antistresskugel zu basteln, und kneten entspannt die weiche Masse. Und wer die Deutschlektion oder den Mathematikunterricht in der Klasse später beobachtet, bemerkt, dass die weichen Kugeln während des Unterrichts immer wieder mal zum Einsatz kommen.
Auch ins Projektbuch wird fleissig geschrieben und gezeichnet. Dem eigens gewählten Krafttier werden Eigenschaften zugeschrieben, die fürs Krafttier wie auch für einen selbst gelten. Später macht die Klasse noch Yogaübungen und tauscht sich aus, wie es einem gerade geht. Die Rituale und die dort eingesetzten selbst gemachten Hilfsmittel wirken sich positiv auf die Klassendynamik aus und bringen Ruhe und Sicherheit ins Klassenzimmer.
Ein paar bildliche Impressionen vom Projektmorgen:
















