Retrospektive
Bundesrätin Micheline Calmy-Rey Gast an der DenkBar am Muristalden
Am 8. Dezember 2009 war die Aussenministerin Gast, Rednerin und Gesprächspartnerin an unserer DenkBar zum Thema „Unser Land – die Schweiz – und ihre Aussenpolitik”.
Die Schweiz ist in letzter Zeit ins Kreuzfeuer der internationalen Medien und Politik geraten. Deshalb fragen wir uns mit unseren Jugendlichen zusammen, wo wir heute in Europa und in der Welt stehen und in welchem Land wir in Zukunft leben möchten.
Frau Calmy-Rey ist nach einer eintretenden Rede auf drei Wellen von Thesen und Fragen von Schülerinnen und Schülern aus der Volksschule, den Fortbildungsklassen und des Gymnasiums eingetreten. Dies mit viel Engagement, Zuwendung, Sachverstand und Lebensbejahung. Nach dem eigentlichen Anlass ist sie im Bistro beim Apéro offen und mit Humor auf viele Fragen und Wünsche Einzelner aus der Schüler-, Kollegen- und Elternschaft eingetreten. Gesamthaft ein spannender, einmaliger und unvergesslicher Anlass!
Auf die folgenden Heimatimpulse ist die Aussenministerin materiell eingetreten (Auswahl).
- Nach einem langen Skitag in einer Beiz sitzen und ein Fondue bestellen, drinnen ist es warm, während es draussen schneit: das ist für mich ein Heimatbild.
- Heimat hat auch viel mit Sprache zu tun. Wenn man die Sprache nicht versteht, fühlt man sich gleich ein bisschen als Aussenseiter.
- An meiner Heimat der Schweiz kritisiere ich, dass manche Menschen zu wenig Lebensfreude und Dankbarkeit empfinden und nicht tolerant sind.
- Für mich wäre es in Ordnung, wenn neben der Kirche ein Minarett stehen würde.
Die folgenden Wünsche hat die Aussenministerin entgegengenommen.
- Wir wünschen uns eine fortschrittliche Schweiz, die neue Technologien fördert und fortschrittlich denkt.
- Wir wünschen uns eine multikulturelle Schweiz, in der alle Kulturen nebeneinander leben können.
- Wir wünschen uns eine Schweiz, die sich im Ausland einsetzt: In der Wirtschaft, in der humanitären Hilfe, in der Zusammenarbeit auf vielen Gebieten
- Wir wünschen uns eine Schweiz, die viel Geld für gute Ausbildungsorte ausgibt.
- Wir wünschen uns eine Schweiz, die Umweltprobleme ernst nimmt und zum Planet Erde Sorge trägt.
- Wir wünschen uns eine Schweiz, die einflussreicher ist, so dass viele Länder merken: mit der Schweiz ist nicht zu spassen.
Auf folgende Fragen hat die Aussenministerin geantwortet (Auswahl).
- Frau Bundesrätin, wenn sie von einer aussenpolitischen Mission in die Schweiz zurückkommen: Woran erkennen Sie, dass Sie wieder zu Hause sind?
- Frau Bundesrätin, was würde in Europa fehlen, wenn – wie dies Gaddafi vorschlägt – die Schweiz aufgeteilt würde und zu Deutschland, Frankreich und Italien geschlagen würde?
- Frau Bundesrätin, wie viel Fremdes/Fremdheit erträgt ein Mensch? Ertragen Sie? Eine zusammengehörige Gruppe? Ein Land? eine Heimat?
- Frau Bundesrätin, hat die Demokratie in der globalen Welt mit anderen Kulturen und Religionen eine Zukunft?
- Frau Bundesrätin, können Sie als Aussenministerin in politischen Konflikten wie in Palästina neutral sein?
- Frau Bundesrätin, wo sind Sie zuhause? Wo gehören Sie hin? Haben Sie „Ihren Ort“ gefunden?
- Frau Bundesrätin, wenn Sie Ihre Funktion als Aussenministerin ausüben: Fragen Sie mehr „Woher komme ich?“ oder „Wohin gehe ich?“












